19. Feb. – 01. März 2026

Mitglieder des Bunds Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. zu Gast im Nebbienschen Gartenhaus in Frankfurt
Im Gartencenter wird Natur als käufliche Ware feilgeboten. Hier bestimmt die Nachfrage das Angebot. Im Zentrum
stehen nicht die Pflanzen, sondern der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Sehnsüchten. Pflanzen aus
aller Welt werden dem aktuellen Zeitgeist entsprechend zusammengewürfelt, beschnitten und topfgerecht
in künstliche Zwangssymbiosen gepresst. Dabei sieht das verwurzelte Pflanzenleben Standorttreue vor. Ein
»Umzug« ist nicht vorgesehen.
Doch der Mensch liebt Pflanzen, nimmt sie mit in sein Heim und nutzt sie: für ein kleines Paradies im grauen
Alltag, für ein Mikroabenteuer im Großstadtdschungel, als dekoratives Statussymbol. Die Natur wird zum
Konsumgut.
Die Ausstellung des BBK Südhessen hinterfragt unsere Beziehung zur Pflanze stellvertretend für unsere
Beziehung zur Welt. In Installationen, Bildern und Skulpturen wird das Gartencenter, wie es jeder kennt ad absurdum
geführt. Sieger bleibt die Natur, deren Teil wir sind, die wir nicht wirklich verstehen, aber beherrschen
möchten – und deren Wert sich nicht mit Preisschildern erfassen lässt.
In den Werken treten Pflanzen nicht nur als Sujet auf. Sie werden zu Symbolen und zu Partnerinnen — in einem Dialog über Wahrnehmung, Verantwortung und Mit-Sein. Sie fordern uns heraus, die Welt nicht nur anders, sondern tiefer zu sehen: als ein Gefüge von Beziehungen, in das wir selbst eingewoben sind.





