RILKE LEBT

24. Juli bis 09. Aug. 2026

Ausstellungsplakat

Jahresausstellung des Bunds Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. in der Säulenhalle Groß-Umstadt

Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich. (…)“  R. M. Rilke, Beginn der Duineser Elegien

Dem rilkeanischen Grauen vor der Isolation des Menschen und seinem Getrenntsein von den metaphysischen Sphären setzt meine dreiteilige Arbeit eine Kontinuität des Lebens entgegen. „Vom Verschwinden“ thematisiert das menschliche Leben als Teil des Kreislaufs von Entstehen und Vergehen und wieder Entstehen und wieder Vergehen. Das Alte macht Platz für das Neue und alles, was wir tun können, ist, mit unserem Leben die Welt ein Stück weiter durch die Zeit zu tragen.

„Vom Verschwinden“: Pflanzendruck von Pestwurzblättern (Petasites) auf Papier. Der Pflanzensaft hat einen Abdruck des löchrigen Blattes hinterlassen. Die Fehlstellen wurden mit Farbstift ausgefüllt und betonen so einerseits den zunehmenden Zustand des Vergehens. Andererseits werden die Fehlstellen dadurch aber auch eigenständig, fast körperhaft und verweisen auf die gleichzeitige Entstehung von Neuem im Verschwinden.